Therapie der Osteoporose mit Bisphosphonaten
 
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Therapie der Osteoporose / Therapie von Knochenmetastasen
mit dem Wirkstoff Ibandronat


Knochenmetastasen: Bisphosphonat Ibandronat erweitert Therapiemöglichkeiten

Anlässlich des kürzlich in Gera veranstalteten Onkologisches Forums ging Professor Dr. Reiner Bartl, Klinikum Großhadern, auf die klinische Aspekte der Therapie mit Bisphosphonaten ein. Viele unterschiedliche Inhibitoren der osteoklastischen Knochenresorption sind bisher bei der Behandlung der im Gefolge von Malignomen zu beobachtenden Hypercalcämie eingesetzt worden. Erst die Bisphosphonate konnten dank ihrer hohen Effizienz zum Mittel der ersten Wahl avancieren. Bisphosphonate sind Analoga des anorganischen Pyrophosphats, sie hemmen die Wirkung der Osteoklasten und werden seit etwa 25 Jahren bei der Behandlung von Knochenerkrankungen eingesetzt, die mit einem gesteigerten Knochenabbau einhergehen. Die Untersuchung einer breiten Palette von Bisphosphonaten führte zur Entdeckung des Aminobisphosphonats Ibandronat, das im Tiermodell etwa 50 mal wirksamer als Pamidronat und etwa 500 mal wirksamer als Clodronat ist.

Bei der Entwicklung von Knochenmetastasen als Komplikation von Tumorkrankheiten folgt das Skelett - genauer das Knochenmark - an 3. Stelle hinter den Filterorganen Lunge und Leber. lnsbesondere Mamma-, Prostata-, Schilddrüsen- und Bronchialkarzinome dissiminieren oft in den Knochen und führen dort als Tumorosteopathien zu Komplikationen wie Knochenschmerzen, pathologischen Frakturen und Hypercalcämien mit substantieller Morbiditäts- und Mortalitätssteigerung. Die Entwicklung von Knochenmetastasen ist ein multifaktorieller Prozeß bei dem die Aktivierung der knochenresorbierenden Osteoklasten durch eine komplexe Interaktion von Tumorzellen, durch Osteoklasten und Osteoblasten sowie vielfältige Cytokine, Wachstumsfaktoren und Knochenmatrixproteine ausgelöst wird. Mit der Entwicklung von Metastasen ist eine kurative Tumorbehandlung häufig nicht mehr möglich und protektive Behandlungstrategien gegen Organzerstörungen und Funktionsbehinderungen gewinnen an Bedeutung. Bisphosphonate konnten sich hier als Osteoklastenhemmer einen festen Platz im Therapiekonzept tumorassoziierter Sklettdestruktionen sichern. Sie werden spezifisch an die Oberfläche des Knochens gebunden und führen damit zu einer raschen Besserung der Knochenschmerzen, einer Verminderung pathologischer Frakturen, einer Senkung erhöhter Kalziumblutspiegel sowie zu einer Reduktion sonst erforderlicher chirurgischer oder strahlentherapeutischer Palliativmaßnahmen. Das Fortschreiten des Metastasierungsprozesses wird deutlich verlangsamt, osteolytische Knochenareale können resklerosieren und eine tumorbedingte Immobilisierung des Patienten wird durch die wiedergewonnene statische Belastbarkeit gebessert. Auch durch diese Wirkstoffe kann für die Tumorpatienten ein gutes Stück Lebensqualität wiedergewonnen werden.

Ibandronat wird als Bisphosphonat der neuesten Generation für die Indikationen Hyperkalzämie, Tumorosteolyse , Morbus Paget und Osteoporose eingesetzt. Die europäische Zulassung für den Bereich tumorassoziierter Hypercalcämien wurde kürzlich erteilt. In Deutschland erfolgt die Einführung des Produktes unter der Bezeichnung Bondronat ® zum 1.10.1996. Dieses neu zugelassene Medikament wird bei Tumorhypercalcämien in einer Dosis von 2 bis 4 mg als Infusionslösungskonzentrat zur Verfügung stehen. Mehrere klinische Studien konnten eine hohe Effektivität und gute Toleranz für diese intravenöse Applikationsform belegen.

An eine orale Darreichungsform der Bisphosphonate war bisher kaum zu denken, da diese Wirkstoffe schlecht absorbiert wurden und außerdem aufgrund der erforderlichen hoher Dosierung nicht gut vertraglich waren. Neuere Untersuchungen zur oralen Therapie mit Ibandronat ergaben aber gegenüber Placebo - neben einer guten Verträglichkeit - ein ebenso günstiges Nebenwirkungsprofil. Die Diskussion um mögliche neue bzw. erweiterte lndikationsbereiche für die Gruppe der Bisphosphonate stieß bei den in Gera versammelten Experten auf lebhaftes Interesse. Eine attraktive künftige Möglichkeit for den Einsatz dieser Wirkstoffe stellt die Prophylaxe von Knochenmetastasen dar. Gedacht ist an den Einsatz bei jenen Risikopatienten, für die es eine Verhinderung oder eine Verzögerung der Entwicklung von Sketettläsionen zu erreichen gilt. Ein anderes Beispiel für eine zusätzliche Indikation stellt die Osteoporose dar - insbesondere die postmenopausale Osteoporose

 

 

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Anlässlich des kürzlich in Gera veranstalteten Onkologisches Forums ging Professor Dr. Reiner Bartl, Klinikum Großhadern, auf die klinische Aspekte der Therapie mit Bisphosphonaten ein. Viele unterschiedliche Inhibitoren der osteoklastischen Knochenresorption sind bisher bei der Behandlung der im Gefolge von Malignomen zu beobachtenden Hypercalcämie eingesetzt worden. Erst die Bisphosphonate konnten dank ihrer hohen Effizienz zum Mittel der ersten Wahl avancieren. Bisphosphonate sind Analoga des anorganischen Pyrophosphats, sie hemmen die Wirkung der Osteoklasten und werden seit etwa 25 Jahren bei der Behandlung von Knochenerkrankungen eingesetzt, die mit einem gesteigerten Knochenabbau einhergehen. Die Untersuchung einer breiten Palette von Bisphosphonaten führte zur Entdeckung des Aminobisphosphonats Ibandronat, das im Tiermodell etwa 50 mal wirksamer als Pamidronat und etwa 500 mal wirksamer als Clodronat ist.

Bei der Entwicklung von Knochenmetastasen als Komplikation von Tumorkrankheiten folgt das Skelett - genauer das Knochenmark - an 3. Stelle hinter den Filterorganen Lunge und Leber. lnsbesondere Mamma-, Prostata-, Schilddrüsen- und Bronchialkarzinome dissiminieren oft in den Knochen und führen dort als Tumorosteopathien zu Komplikationen wie Knochenschmerzen, pathologischen Frakturen und Hypercalcämien mit substantieller Morbiditäts- und Mortalitätssteigerung. Die Entwicklung von Knochenmetastasen ist ein multifaktorieller Prozeß bei dem die Aktivierung der knochenresorbierenden Osteoklasten durch eine komplexe Interaktion von Tumorzellen, durch Osteoklasten und Osteoblasten sowie vielfältige Cytokine, Wachstumsfaktoren und Knochenmatrixproteine ausgelöst wird. Mit der Entwicklung von Metastasen ist eine kurative Tumorbehandlung häufig nicht mehr möglich und protektive Behandlungstrategien gegen Organzerstörungen und Funktionsbehinderungen gewinnen an Bedeutung. Bisphosphonate konnten sich hier als Osteoklastenhemmer einen festen Platz im Therapiekonzept tumorassoziierter Sklettdestruktionen sichern. Sie werden spezifisch an die Oberfläche des Knochens gebunden und führen damit zu einer raschen Besserung der Knochenschmerzen, einer Verminderung pathologischer Frakturen, einer Senkung erhöhter Kalziumblutspiegel sowie zu einer Reduktion sonst erforderlicher chirurgischer oder strahlentherapeutischer Palliativmaßnahmen. Das Fortschreiten des Metastasierungsprozesses wird deutlich verlangsamt, osteolytische Knochenareale können resklerosieren und eine tumorbedingte Immobilisierung des Patienten wird durch die wiedergewonnene statische Belastbarkeit gebessert. Auch durch diese Wirkstoffe kann für die Tumorpatienten ein gutes Stück Lebensqualität wiedergewonnen werden.

Ibandronat wird als Bisphosphonat der neuesten Generation für die Indikationen Hyperkalzämie, Tumorosteolyse , Morbus Paget und Osteoporose eingesetzt. Die europäische Zulassung für den Bereich tumorassoziierter Hypercalcämien wurde kürzlich erteilt. In Deutschland erfolgt die Einführung des Produktes unter der Bezeichnung Bondronat ® zum 1.10.1996. Dieses neu zugelassene Medikament wird bei Tumorhypercalcämien in einer Dosis von 2 bis 4 mg als Infusionslösungskonzentrat zur Verfügung stehen. Mehrere klinische Studien konnten eine hohe Effektivität und gute Toleranz für diese intravenöse Applikationsform belegen.

An eine orale Darreichungsform der Bisphosphonate war bisher kaum zu denken, da diese Wirkstoffe schlecht absorbiert wurden und außerdem aufgrund der erforderlichen hoher Dosierung nicht gut vertraglich waren. Neuere Untersuchungen zur oralen Therapie mit Ibandronat ergaben aber gegenüber Placebo - neben einer guten Verträglichkeit - ein ebenso günstiges Nebenwirkungsprofil. Die Diskussion um mögliche neue bzw. erweiterte lndikationsbereiche für die Gruppe der Bisphosphonate stieß bei den in Gera versammelten Experten auf lebhaftes Interesse. Eine attraktive künftige Möglichkeit for den Einsatz dieser Wirkstoffe stellt die Prophylaxe von Knochenmetastasen dar. Gedacht ist an den Einsatz bei jenen Risikopatienten, für die es eine Verhinderung oder eine Verzögerung der Entwicklung von Sketettläsionen zu erreichen gilt. Ein anderes Beispiel für eine zusätzliche Indikation stellt die Osteoporose dar - insbesondere die postmenopausale Osteoporose

 

 

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