Rettet
der Betablocker Carvedilol (Dilatrend ® ) signifikant
mehr Leben als Metoprolol-Tartrat ?
von Dr. med.
Jochen Kubitschek
Das COMET Steering
Committee gab die Ergebnisse dieser ersten Head-to-Head-Mortalitätsstudie
bekannt. Hierbei wurden erstmalig zwei Betablocker bezüglich
ihres Einflusses auf die Mortalität von Patienten mit chronischer
Herzinsuffizienz miteinander verglichen. Es zeigte sich, dass
der Betablocker Carvedilol dem konventionellen Betablocker
Metoprolol-Tartrat in der Senkung der Mortalität überlegen
ist. Patienten unter Carvedilol hatten also einen deutlichen Überlebensvorteil
gegenüber Patienten unter Metoprolol-Tartrat.
Mittlerweile
meldeten sich aber Kritiker der COMET-Studie zu Wort, die die
Frage in den Raum stellten, ob Metoprolol-Tartrat in der
COMET-Studie adäquat hoch dosiert wurde. da diese Frage nicht
leicht zu beantworten ist, verweise ich auf den sehr ausführlichen
Artikel
der diese Frage erschöpfend - und überzeugend - so beantwortet:
Zitat Dr. Tschöpe:"
Das Ergebnis der COMET-Studie ist eindeutig: Carvedilol (42 mg/Tag)
ist Metoprolol-Tartrat (85 mg/Tag) bei der Behandlung der Herzinsuffizienz
überlegen. Es mag sein, dass die gewählte Metoprolol-Dosis und
-Galenik dabei eine Rolle gespielt hat, dass pleiotrope Effekte
von Carvedilol entscheidend waren oder beide Gründe zum Nettoeffekt
beigetragen haben.
Ob das COMET-Studienergebnis auch unter Metoprolol-Succinat Bestand
gehabt hätte, ist trotz zahlreicher „Pro- und Kontra-Argumente“
zurzeit nicht vorauszusagen. Bedenkt man aber, dass viel zu wenig
herzinsuffiziente Patienten sowohl mit ACE-Hemmern/AT1-Antagonisten
als auch Betablockern behandelt werden, liefert COMET eher ein
Argument pro Carvedilol als kontra Carvedilol. Dies wird besonders
im Zusammenhang mit der Stoffwechselneutralität deutlich und macht
Carvedilol zumindest bei herzinsuffizienten Patienten mit einer
Dyslipidämie inkl. Diabetikern zu einem „primus inter pares“.