Aktuelle Allergie-Studie
an über 6.000 Patienten
Allergiekranke
werden zu selten und zu spät adäquat behandelt
Viele Allergiekranke
gelangen erst nach einer langjährigen Patientenkarriere
mit mehrfacher Diagnostik und zahlreichen Therapieversuchen
zum Facharzt und werden wirksam therapiert. Diese Unterversorgung
von Allergiepatienten hat eine große deusche Studie
zur Versorgung allergiekranker Menschen (VAM-Studie) jetzt
erstmals in der Praxis belegt. Die VAM-Studie wurde vom
Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES)
in Berlin durchgeführt.
Für die VAM-Studie
wurden 6.791 Patienten befragt, die bei einem auf Allergologie
spezialisierten Facharzt erstmals eine spezifische Immuntherapie
(SIT) erhielten. Die Patienten litten an einer mäßiggradigen
oder schweren Allergie auf Inhalationsallergene (Pollen,
Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Tierhaare). 2.161 Studienteilnehmer,
also etwa jeder Dritte, hatten wegen der allergischen Atemwegserkrankung
bereits einen oder sogar mehrere andere Ärzte aufgesucht.
Sie waren dort mit symptomatisch wirkenden Medikamenten
behandelt worden. 74 Prozent dieser Patienten beurteilten
ihre Vorbehandlung als unwirksam oder wenig wirksam. Für
die Mehrzahl war der mangelnde Therapieerfolg der Grund,
den Arzt zu wechseln.
Allerdings wurden weniger als ein Drittel der erfolglos
behandelten Allergiker von ihrem Arzt zu einem allergologisch
ausgebildeten Facharzt überwiesen. Die meisten Patienten
wechselten den Arzt auf eigene Initiative.