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HbA1c
< 7 %
Diabetes-Therapie
ist Einstellungssache
Einer
der wichtigsten diagnostischen Parameter bei der Einschätzung der
Qualität einer Diabetes-Therapie ist der HbA1c-Wert.
Seine Bedeutung zur Vermeidung von diabetesbedingten
Folgeerkrankungen ist in Forschung und Lehre bestätigt, in der
Praxis wird der HbA1c-Wert jedoch noch immer nicht im
angemessenen Umfang bei der Therapieauswahl und -einstellung berücksichtigt.
So dokumentiert beispielsweise die CODE-2-Studie (1999), dass
circa 45 Prozent der Typ-2-Diabetiker mit einem HbA1c-Wert
von über 7,5 Prozent unzureichend eingestellt sind.
HbA1c
- Verlässlicher Langzeitindikator für den Glukosestoffwechsel
Dieser
Parameter ist der Anteil des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c)
am Gesamthämoglobin im Blut und ist abhängig von der mittleren
Blutglukose-Konzentration (nüchtern und postprandial). Je höher
der HbA1c-Wert ist, desto höher war die mittlere
Blutglukose-Konzentration in den letzten 2-3 Monaten. Die
Korrelation dieser beiden Werte ist fast linear. Dieser
Zusammenhang macht den HbA1c-Wert zum wichtigen
Indikator in der Beurteilung der Qualität der
Blutglukose-Einstellung. Im Gegensatz zur Blutzuckermessung belegt
der HbA1c-Wert den Blutglukose-Wert über einen längeren
Zeitraum und kann so vom Patienten nicht durch „einige Tage Diät“
vor dem Arztbesuch geschönt werden.
Therapieziel
HbA1c < 7
Die
Senkung des HbA1c-Wertes steht im engen Zusammenhang
mit der Verminderung von diabetischen Folgeerkrankungen. Bereits
eine einprozentige Senkung kann das Risiko von diabetesbedingten
Herzinfarkten, mikrovaskulären Komplikationen, Schlaganfällen
und Folgeerkrankungen an Augen und Nieren signifikant senken. Als
optimales Therapieziel zur Vorbeugung von diabetesbedingten
Folgeerkrankung empfiehlt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG)
in den im April 2002 veröffentlichten Praxis-Leitlinien daher
einen HbA1c-Wert von unter 6,5 Prozent
als ideales Therapieziel und eine Therapieanpassung ab einem Wert
von über 7%. Kann dieses HbA1c-Ziel unter
nicht-pharmakologischer Therapie (strukturierte Schulung, Ernährungstherapie,
Bewegungstherapie) nicht erreicht werden, so soll zunächst eine
Monotherapie mit oralen Antidiabetika begonnen werden. Kann unter
dieser der HbA1c-Wert nicht erfolgreich gesenkt werden,
folgt im nächsten Schritt eine Kombinationstherapie zweier oraler
Antidiabetika. Bei Nichterreichen des HbA1c-Zielwertes
nach 3 Monaten empfiehlt die DDG den Beginn einer Insulintherapie.
Der
einfache und sichere Einstieg in die Insulintherapie ist die BOT,
die Basalunterstützte Orale Therapie, die
sich in der Praxis bewährt hat. Sie
steht Typ-2-Diabetikern
zur Verfügung, die unter oralen Antidiabetika unzureichend
eingestellten sind. Die orale Therapie wird dabei beibehalten und zusätzlich
nur einmal täglich ein Basalinsulin Analogon, z. B. Insulin
glargin (Lantus®)
gespritzt. Insulin glargin kann mit seinem gleichmäßigen
Wirkprofil rund um die Uhr zur effektiven Senkung des HbA1c-Wertes
signifikant beitragen.
HbA1c
– Gesünder unter 7: Aufklärung für Arzt und Patient
Jedoch
nicht nur die Auswahl des richtigen Therapieschemas ist wichtig.
Unumgänglich für die Erreichung eines gut eingestellten
Blutzuckers ist ein gut informierter Patient, der sein
angestrebtes Therapieziel kennt und versteht. Um sowohl Ärzte,
als auch Patienten für die Bedeutung des HbA1c-Wertes
zu sensibilisieren, hat Aventis im Frühjahr 2003 in
Zusammenarbeit mit dem Deutschen Diabetiker Bund (DDB) die Aufklärungskampagne
„HbA1c – gesünder unter 7“ ins Leben gerufen.
Es
soll den Diabetikern vermittelt werden
·
warum der HbA1c-Wert für Sie so wichtig ist.
·
dass je niedriger der HbA1c-Wert ist, desto
geringer das Risiko für Folgeerkrankungen ausfällt.
·
dass ab einem HbA1c-Wert von über 7 eine
Therapieanpassung erfolgen sollte.
Eine
Fülle von Informationsmaterialien stehen Ärzten und Patienten im
Rahmen der Kampagne zur Verfügung. Eine Patientenumfrage wurde
mit großem Erfolg gemeinsam mit dem Diabetiker Ratgeber, dem
Diabetes Journal und dem Internetportal diabetes-world.net
realisiert. Über 12.000 Diabetiker beteiligten sich an der
Umfrage zum HbA1c-Wert, was einmal mehr das Interesse
von Diabetes-Patienten zeigt, sich mit ihrem Krankheitsbild zu
beschäftigen und sich darüber zu informieren. Als weiteres
Ergebnis der HbA1c-Umfrage wurde festgestellt, dass gut
informierte, aufgeklärte Patienten über ihren HbA1c-Wert
genau Bescheid wussten und auch fast durchweg eine gute HbA1c
Einstellung aufwiesen. Eine gute Blutzuckereinstellung ist
also Einstellungssache.
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