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Basalinsulin Lantus ( Insulin Glargin)"Mit
Lantus® neue Chancen in der
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Referat |
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„Neue
Option in der Diabetestherapie von Kindern und Jugendlichen“ Dr.
med. Jürgen Herwig Insulin
glargin
(Lantus®,
Aventis) ist ein langwirkendes Insulinanalogon mit flachem und
verlängertem Wirkprofil über ca. 24 Stunden und muss deswegen
nur einmal am Tag als basales Insulin injiziert werden. Da bei
Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes das Risiko für nächtliche
Hypoglykämien hoch ist und diese deshalb oft hohe Nüchternblutzuckerwerte
morgens aufweisen, erscheint die Therapie mit Insulin glargin
in dieser Altersgruppe besonders sinnvoll. In
einer multizentrischen, offenen, randomisierten Studie als
Parallelgruppenvergleich (1997/1998) wurde die Basalrate durch die
täglich einmalige, spätabendliche Gabe von Insulin glargin
einer Kontrollgruppe mit NPH-Insulin (Injektion 1x täglich spätabends
oder 2x täglich morgens und spätabends) gegenübergestellt. Bei
ICT (intensivierter konventioneller Insulintherapie) wurde die
basale Insulindosis so adaptiert, dass
ohne nächtliche Hypoglykämien ein Nüchternblutzucker von möglichst
80 bis 160 mg/dl resultierte. Als prandiales Insulin wurde das übliche
humane Normalinsulin vor den Mahlzeiten verabreicht. 349
Patienten mit Typ-1-Diabetes im Alter von 5 bis 16 Jahren wurden 6
Monate therapiert, 174 mit Insulin glargin,
175 mit NPH-Insulin. Das Glykohämoglobin war in beiden Gruppen
vergleichbar, jedoch wurde eine deutlichere Optimierung des Nüchternblutzuckers
in der Glargin-Studiengruppe (-22,9 mg/dl) im Vergleich zur
NPH-Kontrollgruppe (-12,6 mg/dl) beobachtet. Diese Differenz war
statistisch mit p<0,023 signifikant. Die Frequenz aller
Hypoglykämien war in beiden Gruppen vergleichbar (Glargin: 79,3%;
NPH 78,9%), jedoch wiesen die Patienten unter Glargin-Therapie
seltener schwere (22,4% vs. 28,6%) oder schwere nächtliche
Hypoglykämien auf (12,6% vs. 17,7%). Die Verträglichkeit von
Insulin gGlargin
war gut, insbesondere im Hinblick auf die Reaktionen im Bereich
der Injektionsareale oder die Bildung von Humaninsulin- oder
E.coli-Protein-Antikörpern. Auf
Grund dieser Ergebnisse der Insulin-Glargin-Zulassungsstudie
begannen wir im Jahr 2000 nach der Zulassung für Erwachsene eine
offene, prospektive Studie, um den Langzeiteffekt von Insulin gGlargin
im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (NPH- oder Insulin Novo
Semilente MC®)
bezüglich der Stoffwechsel- und Lebensqualität zu vergleichen.
Insulin glargin
wurde einmalig abends oder spätabends injiziert, die anderen Verzögerungsinsuline
meist zweimal am Tag morgens und spätabends, nur in Einzelfällen
ausschließlich spätabends. Als prandiales Insulin injizierten
die Patienten Normalinsulin oder ein kurzwirkendes Insulinanalogon
(Lispro- bzw.
Aspart-Insulin). Bei Studienbeginn waren unsere 142 Patienten ³
5 Jahre alt und wurden durchschnittlich über 20,2 ±
9,5 unter einer ICT mit Insulin Glargin bzw. 20,2 ±
9,8 Monate unter ICT mit den anderen Verzögerungsinsulinen
beobachtet. Der
HbA1c-Wert stieg in beiden Gruppen während der
Studiendauer leicht an, in der Glargin-Gruppe von 7,3 ±
1,0% auf 7,6 ±
1,1% [p<0,003], in der Kontrollgruppe von 7,7 ±
1,6% auf 8,3 ±
1,5% [p<0,0001]. Die tägliche Gesamtinsulindosis (0,94 ±
0,22 IE/kg KG/Tag) bzw. die Differenzierung in basales und
prandiales Insulin (0,31 ±
0,07 IE/ kg KG/Tag vs. 0,64 ±
0,18 IE/kg KG/Tag) änderte sich in der Glargin-Gruppe
nicht signifikant. Hingegen stieg der Gesamt- und prandiale
Insulinbedarf in der Kontrollgruppe an auf 0,96 ±
0,34 IE/kg KG/Tag [p<0,04] bzw. 0,67 ±
0,31 IE/kg KG/Tag [p<0,007]. Die Dosis des Verzögerungsinsulins
musste
dementsprechend auf 0,29 ±
0,11 IE/kg KG/Tag [p<0,01] reduziert werden. Die Inzidenz
symptomatischer Hypoglykämien blieb während der Beobachtungszeit
in beiden Gruppen unverändert und vergleichbar. Das Auftreten
schwerer Hypoglykämien mit Fremdhilfe wurde in der Glargin-Gruppe
signifikant seltener beobachtet als in der Kontrollgruppe: 0,14
vs. 0,73 Ereignisse pro Patientenjahr [p<0,002]. Die
Lebensqualität wurde von den Patienten in der Glargin-Gruppe
subjektiv besser bewertet als in der Kontrollgruppe; alle
Patienten bevorzugten die Therapie mit Insulin glargin
im Vergleich zu den anderen Verzögerungsinsulinen. Zusammengefasst
führt Insulin glargin
zu niedrigeren Nüchternblutzuckerwerten, einer Reduktion schwerer
Hypoglykämien und verbessert die subjektive Lebensqualität der
Kinder und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes.
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