Von
Crohn und Colitis bis Kolonkarzinom
Neue
Ansätze in Diagnose, Therapie und Prävention sind gefragt
Morbus
Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische, schubweise
verlaufende Erkrankungen, die besonders bei jungen Menschen
zwischen 20 und 30 Jahren, zunehmend aber auch bereits im
Kinder- und Jugendalter erstmals auftreten. Ihre Häufigkeit
hat sich in den letzten 20 Jahren etwa verzehnfacht; derzeit
sind rund 300.000 Bundesbürger erkrankt.
Kompetenznetz
CED: Verknüpfung von Forschung und Praxis
Für
die CED-Therapie stehen antientzündliche topische und
systemische Kortikosteroide und 5-Aminosalizylate (5-ASA) wie
Mesalazin (z. B. Claversal®) sowie potente
Immunmodulatoren wie Azathioprin (z. B. Zytrim®)
als Standardmediaktion zur Verfügung. Viele Fragen der täglichen
Behandlung von CED-Patienten bleiben jedoch offen, da diese
und neuere Therapieansätze oft nur für Teilbereiche der
Erkrankung zugelassen sind und insbesondere eine längerfristige
Steroidtherapie durch Nebenwirkungen limitiert ist. Mit dem
Kompetenznetz „Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen“
(Förderung durch Bundesministeriums für Bildung und
Forschung), sollen Grundlagenforschung, molekulare und
klinische Forschung sowie die breite Versorgung der Patienten
intensiver miteinander verknüpft werden, erklärte Professor
Fölsch.
Risikogen
NOD2
CED
haben eine eindeutig nachgewiesene genetische Komponente. Bei
Geschwistern von Patienten ist das Erkrankungsrisiko etwa
20-30-fach höher als das der Normalbevölkerung. Ähnlich wie
bei Diabetes oder Hypertonie führen mehrere Risikogene
gemeinsam mit Umweltfaktoren zum Ausbruch. Kürzlich konnte
erstmals ein Risikogen für Morbus Crohn, das NOD2-Gen auf
Chromosom16, identifiziert werden, das für etwa 25% der
gesamten genetischen Veranlagung verantwortlich zu sein
scheint.
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