Gestörter, nicht erholsamer Schlaf
Was ist notwendig und was ist angemessen?
Auf
dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung
und Schlafmedizin (DGSM) in Hamburg wurde eine neue
Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf“ vorgestellt, welche
die Problematik von subjektiv empfundenen Schlafstörungen
mit systematischer schlafmedizinischer Diagnostik und
Therapie zusammenführen soll. Auch unter dem Gesichtspunkt:
„Was ist notwendig und was ist angemessen?“
Seite 2
Schritt
für Schritt zur Diagnose
Greifen
die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht, sollte im nächsten Schritt
herausgefunden werden, ob die Insomnie Folge einer psychiatrischen
oder organischen Grunderkrankung ist, die entsprechend behandelt
werden kann. Erst, wenn die Beschwerden durch keine der Maßnahmen
verbessert wird, sollte der Patient im schlafmedizinischen
Zentrum mit Methoden wie der kardiorespiratorische Polysomnographie
weiter untersucht werden. Denn: Nicht jeder Betroffene ist
ein Fall für das schlafmedizinische Labor. In Deutschland
stehen mittlerweile 214 DGSM akkreditierte Schlaflabore mit
hohen Qualitätsstandards zur Verfügung. Dass eine adäquate
Verhaltenstherapie erfolgversprechend sein kann, wird unter
anderem durch eine auf dem Kongress der DGSM vorgestellte
aktuelle Studie der Universität Regensburg deutlich. Schlafforscher
Professor Göran Hajak konnte bei 2690 Patienten aus 550 Allgemeinarztpraxen
zeigen, dass der Verbrauch des Schlafmittels Zolpidem durch
gleichzeitige Anwendung von Entspannungstechniken um fast
zwei Drittel gesenkt werden konnte. Die Patienten schliefen
nicht nur mehr als doppelt so schnell ein, sondern durchschnittlich
auch eineinhalb Stunden länger.
So
wenig Medikamente wie nötig, und nicht länger als vier Wochen
Dieser
Meinung ist auch Professor Dr. Dieter Riemann von der Psychiatrischen
Klinik Freiburg. Er warnt: In der klinischen Praxis werden
Schlafmittel teilweise über mehrere Jahre eingesetzt, ohne
dass auch nur eine einzige multizentrische Langzeitstudie
zur Effektivität oder dem Nebenwirkungsprofil vorliegt. Hier
sind Industrie, BfaRM und Forscher gemeinsam gefordert.
A.
G.
Quelle:
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und
Schlafmedizin (DGSM)
am 13. – 16. 9. 01 in
Hamburg
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