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Gestörte
Glukosetoleranz
Kampf
dem Diabetes
Nicht
nur durch eine radikale Änderung der Lebensgewohnheiten, auch
durch medikamentöse Maßnahmen lässt sich bei
Risikopatienten dem Diabetes vorbeugen.
Herz-Kreislaufkomplikationen
sind die Haupttodesursache bei Typ 2-Diabetikern. Das Risiko
für solche Ereignisse steigt bereits an, wenn der Diabetes
noch gar nicht manifest ist, sondern „nur“ eine gestörte
Glukosetoleranz (Impaired Glucose Tolerance, kurz IGT)
vorliegt. Dieser prädiabetische Zustand ist somit ein
optimaler Zeitpunkt für eine effektive Intervention, um die
Manifestation des Diabetes abzuwenden, wie die
STOP-NIDDM
Studie (Study To Prevent Non Insulin-Dependent Diabetes
Mellitus) belegt.
An
dieser Untersuchung, deren Ergebnisse Studienleiter Professor
Dr. Jean-Louis Chiasson aus Montreal/Kanada anläßlich eines
internationalen Symposiums in Lissabon vorstellte, nahmen
1.429 Probanden mit klarer IGT, aber nicht manifestem Diabetes
teil. Gut drei Jahre lang wurden sie doppelblind randomisiert
mit Acarbose oder Placebo behandelt. Das Ergebnis war
hochsignifikant und spricht eindeutig für eine Behandlung von
Risikopatienten mit dem Glukosidasehemmer: So war die
Konversionsrate zum Diabetes in der Acarbosegruppe rund ein
Drittel geringer als bei den IGT-Patienten, die Placebo
erhalten hatten. „Acarbose war klar präventiv wirksam und
das unabhängig vom Alter, vom Geschlecht und auch unabhängig
vom Gewicht der Probanden“, erklärte Chiasson“.
Acarbose:
Prävention schon nach einem Jahr
Klare
Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren nach Chiasson
bereits nach einem Jahr zu registrieren, so dass davon
auszugehen ist, dass der Glukosidasehemmer den präventiven
Effekt vergleichsweise rasch entfaltet.
Übrigens
hatte die STOP-NIDDM-Studie ein weiteres Resultat, das für
eine frühzeitige Behandlung mit Acarbose spricht: Diese
fördert offensichtlich die Rückbildung der IGT und die
Normalisierung der gestörten Glukosetoleranz. Immerhin war
die Rate derjeniger, bei denen nach drei Jahren keine IGT mehr
feststellbar war, unter Acarbose laut Chiasson rund 30 Prozent
höher als unter Placebo.
Das
Studienergebnis belegt nach Professor Dr. Markolf Hanefeld
auch die pathogenetische Bedeutung einer postprandialen
Hyperglykämie. Denn diese ist offensichtlich maßgeblich für
das erhöhte kardiovaskuläre Risiko der Patienten mit
gestörter Glukostoleranz verantwortlich, wie eigene
Untersuchungen des Mediziners zeigen. Er konnte nachweisen,
dass erhöhte prostprandiale Blutzuckerwerte - aber nicht ein
erhöhter Nüchternblutzucker - direkt mit einer Zunahme der
Intima-Media-Dicke als Surrogatparameter der Arteriosklerose
korreliert sind. Acarbose scheint somit in den
pathogenetischen Prozess einzugreifen. Denn der Wirkstoff
hemmt die Aufspaltung komplexer Kohlenhydrate im Darm und
verhindert so den Anstieg des postprandialen Blutzuckers.
CV
Quelle:
Pressekonferenz
„Type 2 Diabetes mellitus therapy today and tomorrow – How
can we improve?“
(Veranstalter:
Bayer Vital) am 27. April 2002 in Lissabon
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