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Reise-Diarrhoe
Das
A und O Hygiene
Über
die Hälfte der jährlich mindestens 11 Millionen
bundesdeutschen Fernreisenden in Länder der Dritten Welt und
andere warme Regionen mit niedrigem Hygienestandard klagen
während oder nach dem Auslandsaufenthalt über akute
Durchfälle und sonstige Magen-Darm-Beschwerden.
Die
häufigsten Erreger der "Reise-Diarrhöe", mit denen
der Reisende insbesondere durch verdorbene Nahrungsmittel oder
verunreinigtes Wasser unliebsame Bekanntschaft schließt, sind
pathogene E.-coli-Stämme, Shigellen, Viren und Salmonellen.
Wenn das lästige Übel, das Urlaubsfreuden oder berufliche
Aktivitäten stark beeinträchtigen kann, meist auch nach
einigen Tagen von selbst verschwindet, so stellt ein
derartiges akutes Geschehen insbesondere für Kleinkinder,
chronisch Kranke und Senioren eine ernst zu nehmende Gefahr
dar. So halten Experten für diese und andere Risikogruppen im
Krankheitsfall ärztlichen Rat für unverzichtbar. Gleiches
gilt, wenn Fieber und Erbrechen, Blut- und Schleimabgänge den
Durchfall begleiten oder er länger andauert.
Um
der Problematik "Reise-Diarrhöe" künftig besser
Herr zu werden und die ständig wachsende Zahl Betroffener zu
verringern, haben Experten jetzt Fakten und Notwendigkeiten
festgeschrieben. In ihren "Frankfurter Thesen"
stellen sie u.a. fest, dass sich seit den 80er Jahren an der
Problematik "Reise-Diarrhöe" kaum etwas geändert
habe, zumal die Hygienekonzepte vieler Hotelanlagen in
Entwicklungsländern unzulänglich seien bzw. nicht konsequent
umgesetzt würden. So müsse für den Reisenden die Prophylaxe
an erster Stelle stehen: Unerlässlich sei die konsequente
persönliche Nahrungsmittelhygiene, die derzeit allerdings nur
jeder Zwanzigste praktiziert, und erwägenswert die - fünf
Tage vor Reiseantritt beginnende - Einnahme von Probiotika (Saccharomyces
boulardii) als erfahrungsmedizinische Option. Im Blick auf die
Wertigkeit der Behandlungsoptionen (Elektrolyte, Antacida/Spasmolytika,
Motilitätshemmer, Probiotika, Antibiotika) halten die
Mediziner den raschen Ausgleich des durchfallbedingten Wasser-
und Mineralsalzverlusts z.B. durch Fertigpräparate für
besonders wichtig. Hingegen seien Motilitätshemmer (Loperamid-Präparate)
nur in Ausnahmefällen angezeigt, da sie die notwendige
Ausscheidung von Krankheitserregern und Toxinen bremsten.
Da
es zwischen der Häufigkeit einer Durchfall-Erkrankung und der
Qualität von Beratung und Information im Vorfeld nachweislich
einen Zusammenhang gibt, wenden sich die Experten mit ihren
Thesen nicht nur an den Reisenden selbst, sondern machen auf
die Mitverantwortung auch des Reiseveranstalters, des
Reiselandes, des Betreibers der Unterkunft wie auch der Medien
aufmerksam. Insbesondere appellieren sie an Arzt und
Apotheker, den bei ihnen Rat suchenden Reiselustigen
rechtzeitig und umfassend das Know-how in Sachen
Reise-Diarrhöe zu vermitteln - damit "Montezumas
Rache" keine Chance erhält.
H.
L.
Quelle:
Pressekonferenz "Keine Chance für Reisedurchfall"
(Veranstalter: Celltech Deutschland) am 12.06.02 in
Frankfurt am Main
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