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Gestörte Balance

 

Eine Obstipation betrifft Diabetiker doppelt so häufig wie Menschen mit gesundem Glukosestoffwechsel. Bis zu 60 Prozent von ihnen haben darunter zu leiden. Trotzdem wird dieses Thema in der diabetologischen Fachwelt kaum wahrgenommen.

 

Bei der Obstipation des Diabetikers handelt es wahrscheinlich um ein multifaktorielles Geschehen, bei dem die autonome Neuropathie eine wichtige Rolle spielt. Sie äußert sich im Magen-Darm-Trakt in Form von Schluckstörungen, Gastroparese, Durchfall oder am häufigsten eben als Obstipation.

Wie Prof. Dr. med. Roland Wanitschke, Mainz, auf einem Pressegespräch der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie erläuterte, handelt es sich klinisch um eine Slow-Transit-Störung des Kolons, das heißt, die Balance zwischen propulsiven Kontraktionen und nicht propulsiven Mischbewegungen ist gestört.

Bei den meisten Diabetikern mit Obstipation wird eine Dauertherapie mit Laxantien erforderlich sein, wie Prof. Dr. med. Ingo Füsgen, Wuppertal, betonte. Eine hohe Sicherheit und das Fehlen einer Toleranzentwicklung sind die wichtigsten Anforderungen an Laxantien für eine Langzeittherapie der meist multimorbiden Diabetiker. Aus diesen Gründen eignen sich in besonderer Weise Macrogole (Polyethylenglykole) für die Therapie, die Wasser im Kolon dosisabhängig über die Bildung von Wasserstoffbrücken binden. Anders als Lactulose weisen sie eine klare Dosis-Wirkungsbeziehung auf und führen nicht zu Toleranzentwicklung. Eine Vergleichsstudie zwischen Macrogol 3350 (Movicol®) und Lactulose bei Patienten mit chronischer Obstipation bestätigt die überlegene Langzeit-Effektivität des Macrogols. Macrogol 3350 normalisiert auch die Transitzeit im Kolon, wie drei klinische Studien belegen. Als wichtige Begleittherapie müssen Elektrolyte substituiert werden, da diese mit dem gebundenen Wasser ebenfalls im Stuhl abgesetzt werden. Auch wenn sich eine Koprostase entwickelt, kann die sonst notwendige digitale Ausräumung durch orale Gabe von Macrogolen umgangen werden. Man gibt dem Patienten acht Beutel Macrogol 3350 mit 1 L Flüssigkeit innerhalb von sechs Stunden, eventuell kombiniert mit einem Einlauf oder Klistier. Diese Prozedur kann auch wiederholt werden, wenn sie beim ersten Versuch keinen Erfolg bringt.

A. B.

 

Quelle: Pressegespräch der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie „Chronische Obstipation beim älteren Diabetiker – Dimension dieses Tabuthemas und Einfluss auf die Lebensqualität“ (unterstützt von Norgine GmbH) am 10. Juni 2002 in München

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Bei der Obstipation des Diabetikers handelt es wahrscheinlich um ein multifaktorielles Geschehen, bei dem die autonome Neuropathie eine wichtige Rolle spielt. Sie äußert sich im Magen-Darm-Trakt in Form von Schluckstörungen, Gastroparese, Durchfall oder am häufigsten eben als Obstipation.

Wie Prof. Dr. med. Roland Wanitschke, Mainz, auf einem Pressegespräch der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie erläuterte, handelt es sich klinisch um eine Slow-Transit-Störung des Kolons, das heißt, die Balance zwischen propulsiven Kontraktionen und nicht propulsiven Mischbewegungen ist gestört.

Bei den meisten Diabetikern mit Obstipation wird eine Dauertherapie mit Laxantien erforderlich sein, wie Prof. Dr. med. Ingo Füsgen, Wuppertal, betonte. Eine hohe Sicherheit und das Fehlen einer Toleranzentwicklung sind die wichtigsten Anforderungen an Laxantien für eine Langzeittherapie der meist multimorbiden Diabetiker. Aus diesen Gründen eignen sich in besonderer Weise Macrogole (Polyethylenglykole) für die Therapie, die Wasser im Kolon dosisabhängig über die Bildung von Wasserstoffbrücken binden. Anders als Lactulose weisen sie eine klare Dosis-Wirkungsbeziehung auf und führen nicht zu Toleranzentwicklung. Eine Vergleichsstudie zwischen Macrogol 3350 (Movicol®) und Lactulose bei Patienten mit chronischer Obstipation bestätigt die überlegene Langzeit-Effektivität des Macrogols. Macrogol 3350 normalisiert auch die Transitzeit im Kolon, wie drei klinische Studien belegen. Als wichtige Begleittherapie müssen Elektrolyte substituiert werden, da diese mit dem gebundenen Wasser ebenfalls im Stuhl abgesetzt werden. Auch wenn sich eine Koprostase entwickelt, kann die sonst notwendige digitale Ausräumung durch orale Gabe von Macrogolen umgangen werden. Man gibt dem Patienten acht Beutel Macrogol 3350 mit 1 L Flüssigkeit innerhalb von sechs Stunden, eventuell kombiniert mit einem Einlauf oder Klistier. Diese Prozedur kann auch wiederholt werden, wenn sie beim ersten Versuch keinen Erfolg bringt.

A. B.

 

Quelle: Pressegespräch der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie „Chronische Obstipation beim älteren Diabetiker – Dimension dieses Tabuthemas und Einfluss auf die Lebensqualität“ (unterstützt von Norgine GmbH) am 10. Juni 2002 in München

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