Osteoporose
- eine unpopuläre Krankheit
Dachverband
der Osteologen plant neue Leitlinien zur Diagnostik und
Therapie der Osteoporose
Seite
1
Wenn
in Zukunft die Prinzipien der „Evidence based medicine“
endlich auch in der Früherkennung und Behandlung der
Osteoporose eingesetzt werden, sollten sie dazu beitragen, die
derzeitig unbefriedigende Versorgungssituation der deutschen
Osteoporosepatienten deutlich zu verbessern, betonte Professor
Dr. Helmut Minne, Bad Pyrmont. Primäre Zielkriterien seien
die Verhinderung von Knochenbrüchen und deren Spätfolgen.
Bei
einem unverändert bleibenden Versorgungsbudget bleibe es
nicht aus, dass neue Wege gefunden werden müssen, wie die zur
Verfügung stehenden Mittel optimal verteilt werden können.
Auch müssten Entscheidungen getroffen werden, in welchen
Versorgungsbereichen zukünftig mehr und in welchen weniger
investiert werden kann. Man müsse verhindern, dass Patienten
mit „populären“ Krankheiten überproportionale Zuwendung
erfahren und andere Patienten, die an einer „unpopulären“
Krankheit leiden, unterversorgt sind.
Die
Osteoporose zähle leider noch immer zu den weniger populären
Krankheiten, kritisierte Professor Minne. Dies gelte zumindest
dann, wenn man sich die Wahrnehmung dieser Krankheit in weiten
Kreisen der Ärzteschaft anschaut. Die Unpopularität sei auch
daran erkennbar, dass die Mehrzahl der Osteoporosepatienten
nach wie vor keine spezifische Therapie erhält und dass die
Früherkennung in Deutschland und in vielen Ländern Europas
noch immer auf administrativem Wege als Kassenleistung
verhindert wird. Die Versorgungssituation könne nur dann
verbessert werden, wenn der Bedarf so dargestellt werde, dass
die an den Entscheidungen beteiligten Einrichtungen überzeugt
werden, dass derartige Änderungen nicht nur notwendig,
sondern auch begründbar sind.