Osteologie-Kongress 2002
in Graz
Prävalenz
der Osteoporose ansteigend
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7 Minuten eine neue Wirbelkörperfraktur
In
der modernen Osteoporosetherapie spielt der selektive Östrogenrezeptor-Modulator
Raloxifen eine wichtige Rolle, da es sich bei dieser
Behandlungsform um einen physiologischen Therapieansatz
handelt. Raloxifen kann kausal in den gestörten
Knochenstoffwechsel der Frau eingreifen.
Die
Osteoporose ist eine chronische Skeletterkrankung mit hoher Prävalenz.
Es wird geschätzt, dass weltweit etwa 75 Millionen Menschen
betroffen sind. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und
des zunehmenden Anteils postmenopausaler Frauen in der Bevölkerung
kann davon ausgegangen werden, dass die Prävalenz der
Osteoporose in Zukunft noch weiter zunehmen wird. In der
Bundesrepublik Deutschland erleiden nach einer aktuellen Schätzung
von Professor Dr. med. Dieter Felsenberg, Berlin, jährlich
mehr als 74.000 Frauen eine neue Wirbelkörperfraktur. Das heißt,
alle 7 Minuten kommt es in Deutschland zu einem akuten Bruch
eines Wirbelkörpers.
Das
Vorliegen dieser vertebralen Fakturen erhöht das Risiko für
weitere Frakturen. Dabei ist zu beachten, dass diese erste
Fraktur der einzige Risikofaktor für zukünftige weitere
Frakturen ist, der nicht von der Knochendichte abhängt. Bei
einer bereits vorliegenden Fraktur erhöht sich das Risiko,
innerhalb des nächsten Jahres eine weitere Fraktur zu
erleiden, um den Faktor 2,5. Vertebrale Frakturen sind –
unabhängig, ob sie klinische manifest sind oder nicht –
stets mit Rückenschmerzen und einer eingeschränkten Mobilität
verbunden.
Die
durch die Osteoporose bedingten Frakturen erhöhten aber auch
der Mortalitätsrisiko signifikant. Das relative Risiko, nach
einem Oberschenkelhalsbruch zu versterben, ist um den Faktor 6
erhöht. Durch eine klinisch manifeste Wirbelfraktur kann das
Mortalitätsrisiko sogar um das Achtfache gesteigert sein.
Osteodensitometrie
identifiziert Risikopatientinnen
Osteodensitometrische
Verfahren können zur Identifikation von Risikopatientinnen
und auch zur Diagnosestellung einer Osteoporose dann
herangezogen werden, wenn radiologisch noch keine Frakturen
aufgetreten sind. Sie eignen sich auch zur Verlaufs- und zur
Therapiekontrolle. Die verschiedenen osteodensitometrischen
Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich des Messortes, der
Strahlenexposition, der Reproduzierbarkeit und der
Untersuchungszeit. Axiale und periphere Knochendichtemessungen
haben die gleiche Aussagekraft.
Die
Dual-Photonen-Absorptiometrie (DXA) der Lendenwirbelsäule
wird vorrangig bei postmenopausalen Frauen im Alter von 50 bis
65 Jahren eingesetzt. DXA ist die heutige Standardmethode zur
Knochendichtemessung. Die Hüfte sollte ab dem 65. Lebensjahr
untersucht werden, da in der Lendenwirbelsäule zunehmend
degenerative Veränderungen auftreten.
In
der europäischen OPUS-Studie wurden 3.000 Frauen in 5 europäischen
Zentren mit Hilfe quantitativer Ultraschallverfahren
untersucht. Die Zwei-Spektren-Röntgenabsorptionsverfahren (DXA)
und die Mehrzahl der quantitativen Ultraschallverfahren (QUS)
sind ähnlich gut geeignet, Patientinnen mit einem erhöhten
Risiko für prävalente Wirbelkörperfrakturen zu
identifizieren, erklärte Professor C. C. Glüer vom Universitätsklinikum
Kiel.