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Hypertoniker mit Prä-Diabetes: Blutdruck unter 130/80 mmHg!

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Die arterielle Hypertonie ist einer der wichtigsten Risikofaktoren in der Pathogenese der Arteriosklerose und Hauptpromotor für eine erhöhte kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Die Höhe des Blutdrucks korreliert zum Beispiel signifikant mit dem Schlaganfallrisiko oder der KHK-Inzidenz (siehe Abbildung). Diese eindeutige Datenlage sollte der Effizienz einer antihypertensiven Therapie zweifellos Priorität einräumen. Gerade hinsichtlich des Begriffes „effiziente Hypertonietherapie“ hat sich aber in der jüngeren Vergangenheit ein bemerkenswerter Paradigmenwechsel vollzogen: „Effizienz“ darf nicht schlechthin „Blutdrucksenkung an sich“ bedeuten, sondern muss immer als „Blutdrucksenkung unter Beachtung des komplexen Risikoprofils“ des Hypertonikers verstanden werden. Dabei spielt vor allem die Vermeidung von Endorganschäden und die Prognoseverbesserung eine bedeutende Rolle.
 

Zusammenhang zwischen kardiovaskulärer Mortalität und systolischem Blutdruck (nach Daten von Stamler et al., Arch. Intern. Med. 1993; 153: 598-615)

 

Hypertonie und Diabetes gehen Hand-in-Hand

Fast jeder zweite Hypertoniker hat eine verminderte Insulinsensitivität und zeigt eine reaktive Hyperinsulinämie und gestörte Glukosetoleranz (IGT). Bereits in diesem Stadium des „Prä-Diabetes“ schädigen die erhöhten Insulinspiegel das Gefäßendothel und führen zu einem stark erhöhten kardiovaskulären Risiko. Aus diesem Grund muss der Blutdruck bei Prä-Diabetikern besonders konsequent behandeln werden. Das Statement: „Einen normotensiven Diabetiker gibt es nicht“ ist zwar etwas überzeichnet, die in den Leitlinien der Hochdruckliga erhobene Forderung, den Blutdruck bei hypertensiven Diabetikern auf Werte unter 130/80 mm Hg senken, dagegen ganz sicherlich nicht. Die UKPDS belegte sogar, dass ein niedrig eingestellter Blutdruck für den Diabetiker wichtiger ist, als die strenge Stoffwechselkontrolle! Therapieversuche mit lediglich einer blutdrucksenkenden Substanz scheitert jedoch in aller Regel. Für eine effektive Blutdrucksenkung benötigen etwa drei von vier Hypertonikern eine antihypertensive Mehrfachkombination. Eine bewährte Fixkombination, die auf Grund ihrer zusätzlichen kardio- und nephroprotektiven Effekte für die Hochrisikogruppe der hypertonen Diabetiker von besonderem Vorteil sein kann, ist Ramipril/Felodipin (z.B. Delmuno®).

 

Ramipril/Felodipin – Vorteilhafte Therapieoption bei „Hypertonie plus IGT“

Für Hypertoniker mit einer gestörten Glukosetoleranz, insbesondere aber wenn bereits ein Typ 2-Diabetes, eine Mikroalbuminurie oder eine Nephropathie vorliegen, sind ACE-Hemmer die wohl geeignetste Therapieoption. Die HOPE-Studie belegte eine Reduktion der kardiovaskulären Mortalität bei Diabetikern durch eine Ramipril-Therapie um 37 Prozent. Das Risiko, später an einem Diabetes zu erkranken, wurde durch diesen ACE-Hemmer um 34 Prozent vermindert.

In der HOT-Studie wurde an einem großen Patientenkollektiv eindrucksvoll belegt, dass Felodipin zu einer signifikanten Prognoseverbesserung bei Patienten mit Typ 2-Diabetes führt. Bei jenen Patienten, die unter Therapie mit diesem Kalziumantagonisten den diastolischen Zielblutdruck von 80 mmHg erreichten, halbierte sich die Anzahl schwerer kardiovaskulärer Ereignisse.

Die Kombination beider Wirkstoffe sollte gerade unter Berücksichtigung dieser Datenlage auch bei der Behandlung des hypertonen Prä-Diabetikers von Vorteil sein. Aus klinischer Sicht ist jedoch die prognoseorientierte Erfassung von Patienten mit gestörter Glukosestoffwechsellage heutzutage noch völlig unzureichend.

 

Screening auf Prä-Diabetes von entscheidender Bedeutung

Viele Typ-2-Diabetiker leiden bereits zum Zeitpunkt der Diagnose-Stellung an Spätkomplikationen wie Mikroalbuminurie oder diabetischer Nephropathie. Ihr Myokardinfarkt-Risiko ist mit dem von Postinfarkt-Patienten vergleichbar. Das kardiovaskuläre Risiko war jedoch in aller Regel schon lange vor Manifestation des Diabetes deutlich erhöht. Eine niederländische Studie hat unlängst gezeigt, dass „Prä-Diabetiker“ bereits sieben Jahre vor Beginn der Diabetes-spezifischen Therapie häufiger kardiovaskuläre Medikamente einnehmen als gesunde Vergleichspersonen. Die Nurses Health Study belegte, dass das kardiovaskuläre Risiko bereits im Prä-Diabetischen Stadium um das 2,83fache höher ist, als bei Stoffwechselgesunden. Der Prä-Diabetes scheint dabei eine besonders unrühmliche Doppelrolle zu spielen: Einerseits führt die Insulinresistenz direkt zum Diabetes, andererseits hat die Hyperinsulinämie indirekte atherogene Effekte, in deren Folge sich beispielsweise eine Hypertonie entwickeln kann. Der insulinbedingte Anstieg des Natrium-Gesamtbestandes des Organismus sowie die zentrale Sympathikus-Aktivierung erhöhen den Blutdruck aber auch auf direktem Wege. Eine effiziente kardiovaskuläre Prävention beim Typ-2-Diabetes muss deshalb weit vor der Manifestation der Erkrankung - bereits im Prä-Diabetischen Stadium - einsetzen. Dies erfordert ein frühzeitiges Screening nach der Risikogruppe der hypertonen Prä-Diabetiker.

 

„Trau keinem über 130/80“

Nur die frühzeitige Identifizierung von Hypertonikern mit einer gestörten Glukosetoleranz ermöglicht eine rasche therapeutische Intervention und kann dadurch zur Risikoreduktion in dieser Patientengruppe beitragen. Es gibt zahlreiche klinische Hinweise auf einen Prä-Diabetes, die in der Regel leicht zu ermitteln sind. Dazu gehören beispielsweise die Adipositas, eine Dyslipoproteinämie sowie Nüchternblutzuckerwerte zwischen 110 und 126 mg/dl. Die exakte Diagnosestellung erfolgt jedoch derzeit auf der Basis eines abnormen Glukosetoleranz-Tests, der in der Praxis jedoch aufwendig ist und daher nur selten durchgeführt wird. 

Um verlässliche Daten über hypertone Prä-Diabetiker auf einfache und in der Arztpraxis schnell durchzuführende Art und Weise zu erhalten, wurde von der DHL (Deutsche Hochdruck Liga) in Kooperation mit Aventis Pharma Deutschland eine Aktion von und der Deutschen Hochdruckliga durchgeführt (lesen Sie dazu auch in der Dezember-Ausgabe von Medizin Aspekte). Die Aufklärungskampagne „Trau keinem über 130/80“ begann mit der Befragung von etwa 3.000 Hausärzten, um den „Ist-Stand“ in der Versorgung diabetesgefährdeter Hypertoniepatienten zu erfassen. Die im Rahmen eines anschließenden Patientenscreenings zu erhebenden Daten sollen die Grundlage für eine Langzeitbeobachtung liefern, die es ermöglicht, aus dem Krankheitsverlauf in dieser Gruppe zukünftige Behandlungsstrategien abzuleiten. In das Screening sollen mehr als 60.000 Patienten eingebunden werden. Im Rahmen des Projektes soll darüber hinaus in einer sich anschließenden Langzeitbeobachtung mit „harten Daten“ belegt werden, dass die strikte Blutdrucksenkung bei „Prä-Diabetikern“ auf die Langzeitmorbidität und –mortalität einen ähnlich großen Nutzen hat, wie er für Patienten mit einem manifesten Diabetes belegt ist.

Praxis-Service:

Erleichtern Sie sich die Arbeit in der Praxis mit dem nützlichen Patienten-Dokumentationsbogen zur Erfassung des

·        Risiko-Score Prä-Diabetes: Gelegenheits-Blutzucker (pp BZ) < 160 mg/dl (8,9 mmol/l)

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Risiko-Score Prä-Diabetes: Gelegenheits-Blutzucker (pp BZ) < 160 mg/dl (8,9 mmol/l)


   

 

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